Auf einen Blick
- Gültig seit
- 1. Januar 2020
- Herausgeber
- ICC (International Chamber of Commerce)
- Anzahl Klauseln
- 11 (7 multimodal + 4 See/Binnenschiff)
- Klausel mit max. Käuferpflicht
- EXW (Ex Works)
- Klausel mit max. Verkäuferpflicht
- DDP (Delivered Duty Paid)
Multimodale Klauseln (alle Verkehrsträger)
EXW (Ex Works / Ab Werk): Der Verkäufer stellt die Ware am eigenen Betrieb bereit – alle weiteren Kosten und Risiken trägt der Käufer. FCA (Free Carrier / Frei Frachtführer): Verkäufer liefert die Ware verzollt an einen vom Käufer benannten Ort. CPT (Carriage Paid To): Verkäufer zahlt Fracht zum Bestimmungsort, Risiko geht bei Uebergabe an den ersten Frachtführer über. CIP (Carriage and Insurance Paid To): Wie CPT, aber mit Pflicht zur Transportversicherung (110 % des Warenwertes, Klausel A). DAP (Delivered at Place): Verkäufer liefert zur vereinbarten Destination, Käufer trägt Entladekosten und Zoll. DPU (Delivered at Place Unloaded): Wie DAP, aber Verkäufer trägt auch die Entladekosten. DDP (Delivered Duty Paid): Maximale Verkäuferpflicht – inklusive Verzollung und Einfuhrabgaben.
See- und Binnenschifffahrtsklauseln
FAS (Free Alongside Ship): Verkäufer bringt Ware längsseits des Schiffes im Ausfuhrhafen; ab dort trägt der Käufer alle Kosten und Risiken. FOB (Free On Board): Risiko- und Kostenubergang bei Verladung an Bord des Schiffes. CFR (Cost and Freight): Verkäufer zahlt Seefrachkosten bis zum Bestimmungshafen. CIF (Cost, Insurance and Freight): Wie CFR, aber Verkäufer schließt zusätzlich Mindestversicherung ab. Hinweis: FOB/CFR/CIF sollten nur für konventionelle Seefracht verwendet werden, nicht für Container – hierfür ist FCA/CPT besser geeignet.
Risiko- und Kostenubergang im Ueberblick
Der entscheidende Unterschied zwischen den Klauseln liegt im Uebergangspunkt: Bei EXW trägt der Käufer vom ersten Meter an das volle Risiko. Bei DDP übernimmt der Verkäufer alles bis zur Destination. Wichtig: Kosten- und Risikoubergang müssen nicht am gleichen Punkt liegen – bei CFR gehen Risiken schon beim Verladen, Kosten erst im Bestimmungshafen über.
Welcher Incoterm für welchen Transport?
Für Landtransporte innerhalb Europas sind DAP und DDP am gebräuchlichsten, da Käufer meist eine vollständige Lieferung bis zum Tor erwarten. FCA eignet sich, wenn der Käufer eigene Logistikverträge hat. Für Seefracht bietet FOB maximale Transparenz. EXW ist trotz seiner Einfachheit für internationale Transporte problematisch, da der Käufer auch die Exportzollformalitäten im Verkäuferland übernehmen muss.